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Situationsgerechtes Bewusstsein

Das früher erworbene (Einsatz-/Berufs-) Wissen und die eigenen Erwartungen beeinflussen wesentlich den Inhalt unserer Wahrnehmung und verhindern, dass andere Reize bis in unser Bewusstsein vordringen.
Die menschliche Wahrnehmung ist selektiv – sie dient der Orientierung in einer komplexen Umwelt. Durch die Selektion bestimmter Reize fokussiert der Mensch auf die Aspekte der Realität, die wichtig für ihn sind.

Auge

Durch die menschliche Wahrnehmung wird keinesfalls ein exaktes Abbild der Umwelt erzeugt insbesondere nicht in komplexen beruflichen Umfeldern wie der akuten Traumaversorgung. Dies gilt für den Notarzt-/Rettungsdienst – Schockraum – OP – Intensivstation in gleichem Maße.

Informationen, die von den menschlichen Sinnesorganen prinzipiell verarbeitet werden können, werden von Teammitgliedern nur stark gefiltert wahrgenommen.

Vorkenntnisse, Vorerfahrungen, Adaptationsprozesse und die aktuelle Bedürfnislage bestimmen wesentlich den Ausschnitt, den wir von der Realität aufnehmen. Die Filterung der Sinneseindrücke erfolgt dabei unbewusst.

In praxisnahen Übungen lernen Sie die Bedeutung und Mechanismen des Situationsgerechten Bewusstseins kennen.

Ziel ist sich in Akutsituationen auf das Wesentliche zu konzentrieren, dieses jedoch mit allen Sinnen zu erfassen. Sich darüber bewusst zu sein, dass jeder durch die Konzentration auf einige Dinge vieles anderes ausblendet!

Sie lernen Ihrer gewohnten Wahrnehmung zu misstrauen und insbesondere in stressreichen Situationen, in denen sich vermeintlich Bewährtes und Vertrautes in den Vordergrund drängt, Fixierungsfehler zu vermeiden, indem man die eigene Erwartungshaltung und mögliche Vorinformationen hinterfragt.

Damit erhält man einen weiteren Blick auf die tatsächliche Realität und bleibt offen für die Wahrnehmung anderer.

Es wird trainiert, dass man die aktuelle Situation im jeweiligen Handlungsumfeld (Szenariobeispiel aus Notarzt-/Rettungsdienst – Schockraum – OP – Intensivstation) engmaschig re-evaluiert und die dabei gewonnenen neuen Informationen nicht an ihre ursprüngliche Hypothese anpasst, sondern eine neue Interpretation zuläßt. So entstehen fundierte Entscheidungsprozesse und sicheres Handeln in der Akutsituation.

So entsteht der Weg zur Patientensicherheit.

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